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18. Januar 2023

Die Kernser Gemeinderäte sind nicht nur politisch engagiert für die Bevölkerung, auch das Wohl der Einwohner ist ihnen wichtig. Anlässlich der letztjährigen Generalversammlung des Samaritervereins Kerns, entstand die Idee, eine Übung gemeinsam mit dem Gemeinderat durchzuführen. So trafen sich am Montagabend, 16. Januar 2023 rund 50 Personen zu dieser eindrücklichen Übung im Gemeindehaus in Kerns.

Keiner wünscht sich, in eine Notlage zu kommen, in der jemand verletzt ist oder gar bewusstlos da liegt. Und doch, die ersten Sekunden zählen. So wurden nach der Begrüssung des Samariter-Präsidenten Roland Rossacher die Gemeinderäte über das Handeln einer Ersten Hilfe in Gruppen instruiert.

Herzinfarkt, Bewusstlosigkeit, Blutstillung, Hirnschlag
Es ist von enormer Wichtigkeit, wie in den ersten Sekunden gehandelt wird. Die anwesenden Gemeinderäte Beat von Deschwanden (Gemeindepräsident) Diana Zumstein, Marlies Durrer, Monika Ettlin, Elmar Stocker, Pius Hofer, Bereichsleiter Lucas Goerre sowie der Geschäftsführer Roland Bösch und Gemeindeschreiber Marco Rohrer waren aktiv und interessiert dabei.  Die Samariter lehrten an vier Posten, wie man in einer Ernstsituation vorgehen muss.

Posten 1 galt dem Herzinfarkt. Wie reanimiere ich eine Person, die soeben einen Herzinfarkt erlitt. Mit Respekt und grösster Vorsicht gingen die Anwesenden ans Werk. Dies gab auch Gelegenheit, die Funktion des vielerorts platzierten Defibrillators zu demonstrieren. Ein perfektes Instrument, um die Situation eines Herzpatienten zu analysieren.

Posten 2 stellte die unklare Bewusstlosigkeit einer Person dar. Wie beurteile ich die Situation und wie kann ich den Patienten fachgerecht betreuen? Es gilt, verschiedene Punkte genau zu beachten und zu ergründen, wie es dazu kam. So können beispielsweise mangelnde Flüssigkeit, langes Stehen oder ein Schreck- oder Stresserlebnis zur Bewusstlosigkeit führen.
Die Verantwortung, die eine Person bei der Hilfeleistung hat, wurde jedem bewusst.

Posten 3 war dem Druckverband gewidmet. Auch das können Schockmomente auslösen, wenn jemand blutüberströmt dasteht und man zuerst orten muss, wo das Blut herkommt. Von entscheidender Bedeutung sind auch die Lagerung und die Handlungen, um die Blutung zu stillen. Die Gedanken gehen ebenfalls dahin, in solchen Fällen eine geeignete Notapotheke griffbereit zu haben.

Posten 4 Hirnschlag – die Teilnehmer lehrten das FAST-Schema kennen.
FAST: Face, Gesichtszüge prüfen – Arm, Beweglichkeit prüfen – Speach, Sprache testen – Time, sofort Rettungsmassnahmen einleiten und die Notnummer 144 einschalten.
FAST ist ein hilfreicher, roter Faden, um eine Erstbeurteilung vorzunehmen.

Für alle Anwesenden war es eine eindrückliche Übung. Diana Zumstein dazu: «Es war sehr interessant und vor allem denkt man zurück, wann man den letzten Nothelferkurs belegt hat - und einmal mehr nimmt man wahr, wie wichtig die Samariter sind».

So gilt es doch für jeden der in eine Erste- Hilfe-Situation kommt, den eigenen Schockmoment in den Griff zu bekommen. Der nötige Hintergrund in sich zu wissen, verschafft doch eine gewisse Sicherheit. Deshalb ist es immer wieder zu empfehlen, die Arbeit der Samariter nicht nur zu schätzen, sondern auch ihre Dienste in Sachen Weiterbildung anzufordern.

Der Gemeinderat Kerns hat nun einen solchen Schritt gemacht. Das könnte auch für alle umliegenden Gemeinden eine Möglichkeit sein. Dabei kann auch die Verbindung zum ortsansässigen Verein gestärkt werden. Das Angebot einer solchen Übung besteht auch für Firmen, Unternehmungen, Verkaufsstellen, um nur einige Beispiele zu nennen.  Gemäss Roland Rossacher finden bereits in verschiedenen Firmen regelmässig Schulungen statt, was ihn sehr erfreut. Schlussendlich geht es einfach darum, Menschen zu helfen, die in Not sind.

Sie sind gefragt, die Samariter, immer wieder an den unterschiedlichsten Anlässen. Deshalb lohnt es sich, einmal einen Blick in ihr Tätigkeitsbereich zu werfen.

Beat von Deschwanden dankt abschliessend allen Anwesenden: « Ich bin beeindruckt vom Engagement und Wissen der Samariter. Es war sehr gut, diese Idee in Tat umzusetzen und ich danke den Samaritern für ihren Einsatz, auch im Namen der ganzen Bevölkerung».

Bericht: Christina Lustenberger

Samariterübung