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25. Juni 2020

Die Gemeinden des Sarneraatals erachten die Sanierung und Erweiterung des Hallenbads Obwalden in der Höhe von CHF 4,91 Millionen als notwendig. Entsprechend kann das Stimmvolk in Alpnach, Kerns, Giswil, Sachseln und Sarnen im Herbst über entsprechende Kreditanträge abstimmen.

Das Sarneraatal verfügt in Kerns über das einzige öffentliche Hallenbad. Auf Initiative einer privaten Trägerschaft wurde das im Jahr 1999 geschlossene Hallenbad im Jahr 2006 nach einer Erweiterung wiedereröffnet. Der Kanton Obwalden und die Gemeinden Alpnach, Giswil, Kerns, Sachseln und Sarnen haben damals zur notwendigen Gesamtfinanzierung von rund 7,6 Millionen Franken einen wesentlichen Beitrag geleistet. Hinzu kamen über 1'000 vorwiegend Kleinaktionäre, welche mit ihrer Aktienzeichnung die Wichtigkeit eines öffentlichen Hallenbades unterstrichen.

"Der Verwaltungsrat der Hallenbad Obwalden AG hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Zukunft des Hallenbades auseinandergesetzt. Es hat sich gezeigt, dass die über 40 Jahre im Betrieb stehenden Anlageteile wie das Sport- und das Lernschwimmbecken in naher Zukunft zwingend erneuert werden müssen. Zudem gilt es die Umkleidegarderoben an- und umzubauen, um diese den heutigen Anforderungen anzupassen", erklärt der abtretende Kernser Gemeindepräsident André Windlin. Er vertritt die Gemeinden noch bis zur Generalversammlung im November 2020 im Verwaltungsrat der Hallenbad Obwalden AG.

Seit der Wiederaufnahme des Betriebs des Hallenbads im Jahr 2006 ist das Wasserflächenangebot im Sarneraatal aufgrund der Schliessung des Schwimmbads Bethanien in St. Niklausen sowie der Angebotseinschränkungen beim Schwimmbad Rütimattli kleiner geworden. Das Bedürfnis nach Schwimm-, Fitness und Gesundheitskursen für Personen jeglichen Alters hat in den letzten Jahren hingegen kontinuierlich zugenommen. Zahlreiche Baby- und Kinderschwimmkurse, die Pro Senectute, das Freizeitzentrum Obwalden, die Rheumaliga, die SLRG, Jugend & Sport sowie Aquafit-Anbieter gehören zum vielfältigen Kundenkreis des Hallenbads Obwalden.

Parallel dazu wächst im Kanton Obwalden auch das Bedürfnis der Schulen bezüglich der Belegung von Wasserflächen. Vom Montag bis Freitag ist das Sport- und Lernschwimmbecken jeweils vormittags durch die Schulen belegt. Aufgrund des zu kleinen Angebots mussten einzelne Schulen in den letzten Jahren das Unterrichtsangebot reduzieren. Der Lehrplan 21 hat den Stellenwert des Schwimmens bekräftigt. Entsprechend müsste das Unterrichtsangebot in allen Gemeinden tendenziell ausgebaut werden.

Mit einem zusätzlichen Kursbecken im Umfang von rund 110 m2 Wasserfläche soll den Bedürfnissen Rechnung getragen werden. "Wir haben im Verwaltungsrat auch die Option eines 25 Meter Beckens geprüft. Aufgrund der massiv höheren Kosten haben wir das Vohaben nicht weiterverfolgt", berichtet André Windlin. Die Investitionskosten für die geplante Teilsanierung und die Erweiterung Kursbecken betragen gemäss Kostenvoranschlag (+/-20%) CHF 4'910'000.00.

Die Öffentlichkeit soll sich an den Kosten mit CHF 2,7 Millionen beteiligen. Das Hallenbad steuert über die Erhöhung des Fremdkapitals CHF 1 Million bei. Die restlichen CHF 1,21 Millionen sollen durch Beiträgte Dritter und spenden finanziert werden. Erfreulicherweise verfügt die Hallenbad Obwalden AG bereits über eine Spendenzusage einer Stiftung in der Höhe von einer Million Franken.

Die Gemeinderäte des Sarneraatals haben bezüglich den Investitionsbeiträgen Verhandlungen geführt und sind zu folgendem Verteilschlüssel gelangt >>> Link.

Kerns als Standortgemeinde trägt die Hauptlast der öffentlichen Beiträge. Vom Kanton Obwalden erhofft man sich einen Beitrag im Umfang von CHF 520'000.00. Eine entsprechende Motion der Kantonsratsmitglieder Sonnie Burch und Veronika Wagner ist in diesem Zusammenhang seit der Kantonsratssitzung vom 29. Mai 2020 hängig. Die Gemeindepräsiden-Konferenz unterstützt das Anliegen dieser Motion. Ein Beitrag von CHF 150'000 aus dem Swisslos-Fond hat der Regierungsrat Obwalden bereits zu einem früheren Zeitpunkt gesprochen. "Die Gemeinden sind jedoch der Auffassung, dass ein Kantonsbeitrag von CHF 520'000.00 durchaus gerechtfertigt ist. Es handelt sich beim Hallenbad Obwalden um eine Sportanlage mit regionalem Charakter", bringt es der Sarner Gemeindepräsident Jürg Berglinger auf den Punkt und ergänzt: "Sollte die Motion im Kantonsparlament keine Mehrheit finden, hat die Gemeinde Kerns signalisiert ihren Beitrag auf CHF 1,37 Millionen zu erhöhen."

Anlässlich von Gemeindeversammlungen und Urnenabstimmungen im Herbst 2020 wird dem Stimmvolk von Alpnach, Giswil, Kerns, Sachseln und Sarnen die jeweiligen Investitionsbeiträge zur Beschlussfasssung unterbreitet. Der Beitrag der Gemeinde Lungern liegt im Rahmen der Finanzkompetenz des Einwohnergemeinderats.

Die Detailplanung und das Baubewilligungsverfahren ist im Jahr 2021 vorgesehen. Die Realisierung der Sanierung und Erweiterung ist in den Jahren 2022 und 2023 geplant.

Parallel zum Investitionsbeitrag soll auch der jährliche Betriebskostenbeitrag der Gemeinden von Total CHF 91'000.00 auf CHF 118'000.00 erhöhte werden. Dieser Beitrag wird auf 15 Jahre befristet.

Hallenbad Obwalden

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