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Anlässlich der Herbstgemeindeversammlung gewährt der Gemeinderat jeweils einen Einblick in den Finanzplan. Dieser wird jährlich angepasst und gibt in Bezug auf die Investitionen Auskunft über die geplanten Projekte in den kommenden sechs Jahren. In Bezug auf die Investitionen reicht dieser Blickwinkel nicht aus. Als zusätzliches Führungsinstrument wurde deshalb die vorliegende Investitionsplanung 2050 erarbeitet. Der Gemeinderat zeigt darin die Entwicklung von Kerns über die nächsten 25 Jahre auf. Die drei Bereiche Wasser, Abwasser und Abfall werden nicht berücksichtigt. Es handelt sich um Spezialfinanzierungen, welche durch Gebühren finanziert werden.

Die Investitionsplanung sieht vom Jahr 2026 bis ins Jahr 2050 Investitionen in der Grössenordnung von CHF 70 Mio. vor. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von CHF 2.78 Mio. pro Jahr. Kerns steht noch immer inmitten einer grossen Investitionsphase. Entsprechend sollen rund 35 Millionen des vorerwähnten Betrags bis Ende 2030 investiert werden. Folgende grössere Projekte wurden in der Investitionsplanung 2050 berücksichtigt:

Sanierung Gemeindehaus / Feuerwehr, Lokal Melchtal plus Fahrzeugersatz / Erweiterung von Schulliegenschaften inklusive der Dossenhalle / ehemaliges Schulhaus St. Niklausen / Optimierungen des Werkhofs plus Fahrzeugersatz / Verkehrsentflechtung / hindernisfreie Bushaltestellen / Fuss- und Velowege / Brückensanierungen / Hochwasserschutzmassnahmen / Dorfkerngestaltung.

Rechnung getragen wird in der Investitionsplanung 2050 auch der Sanierung und dem Unterhalt von bestehenden Liegenschaften, Strassen sowie Trottoirs. Ab dem Jahr 2034 sind dafür rund CHF 1.70 Mio. pro Jahr vorgesehen.

Mit den anstehenden Investitionen sollen teilweise seit längerem anstehende Sanierungen nachgeholt oder in Kürze anstehende Sanierungen fristgerecht gewährleistet werden. Die
öffentlichen Infrastrukturen sollen zudem an die aktuellen Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass die Bevölkerung in den letzten 20 Jahren um rund 1'200 Personen gewachsen ist und mit einem weiteren Wachstum von rund 270 Personen in den kommenden zehn Jahren gerechnet werden muss.

Finanzielle Auswirkungen
Die Jahre vor dem Start des Projekts Schulraum für Generation im Jahre 2022 waren geprägt von einer tiefen Investitionstätigkeit. Gleichzeitig wurden positive Rechnungabschlüsse erzielt und es konnten dadurch Reserven geschaffen werden. Die Gemeinde Kerns weist per
31. Dezember 2024 ein Nettovermögen von rund CHF 9.0 Mio. und ein Pro-Kopf-Vermögen von rund CHF 1'385 aus (ohne Spezialfinanzierung). Die hohe Investitionstätigkeit seit 2022 führt dazu, dass die Gemeinde Kerns ab dem Jahr 2026 wieder eine Pro-Kopf-Verschuldung ausweisen wird. Diese dürfte in den nächsten 15 Jahren bis auf rund CHF 4'900 ansteigen, was einer hohen Verschuldung entspricht.

Die vorliegende Investitionsplanung geht in den kommenden 25 Jahren von jährlichen durchschnittlichen Abschreibungen von CHF 2.81 Mio. aus. Davon werden pro Jahr durchschnittlich rund CHF 0,8 Mio. durch Vorfinanzierungen getragen. Zu Lasten der Erfolgsrechnungen sind entsprechend jährlich Abschreibungen von CHF 2,0 Mio. zu finanzieren. Ein Blick zurück zeigt, dass die Gemeinde Kerns in den Jahren 2005 bis 2024 im Jahr durchschnittlich Abschreibungen in der Höhe von CHF 3.37 Mio. verkraftet hätte.

Es wurde in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass bei grösseren Veränderungen in der Erfolgsrechnung eine Anpassung des Steuerfusses unabhängig von der Investitionstätigkeit in Betracht gezogen werden müsste. Schwer voraussehbar sind insbesondere die Entwicklung der Steuererträge, des innerkantonalen Finanzausgleichs sowie der aktuell stark gestiegenen Gesundheits- und Sozialkosten. Ab dem Jahr 2025 haben sich exakt diese erwähnten Bereiche stark negativ entwickelt. Der Gewinn vor Abschreibungen bewegt sich im Finanzplan 2026 bis 2032 noch lediglich im Bereich von CHF 0,4 bis 0,7 Mio.

Für den Gemeinderat ist klar, dass der Gewinn vor Abschreibungen wieder in den Bereich von CHF 1,5 bis 2 Mio. anwachsen muss. Der Gemeinderat hat deshalb eine Dienstleistungs-, Aufgaben- und Ausgabenüberprüfung angeordnet. Im ersten Halbjahr 2026 soll ein Bericht erarbeitet werden, welcher Massnahmen zur Verbesserung der Finanzsituation aufzeigt. Kann die Erfolgsrechnung dadurch nicht nachhaltig gestärkt werden, ist die Erhöhung des Steuerertrages mittels Steuerfussanpassung zu prüfen.

Informationen

Datum
31. Oktober 2025
Herausgeber/-in
Finanzverwaltung

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Investitionsplanung 2050 (Bericht 2025) (PDF, 181 kB) Download 0 Investitionsplanung 2050 (Bericht 2025)

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